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<title>Nicolas de Staël</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Nicolas de Staël</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Nicolas de Staël</b> (eigentlich Baron Nikolaï Vladimirovitch Staël von Holstein, * <a href="5._Januar" title="5. Januar">5. Januar</a> <a href="1914" title="1914">1914</a> in <a href="Sankt_Petersburg" title="Sankt Petersburg">Sankt Petersburg</a>; † <a href="16._M%C3%A4rz" title="16. März">16. März</a> <a href="1955" title="1955">1955</a> in <a href="Antibes" title="Antibes">Antibes</a>) war ein <a href="Frankreich" title="Frankreich">französischer</a> <a href="Malerei" title="Malerei">Maler</a> <a href="Baltikum" title="Baltikum">russisch-baltischer</a> Herkunft. Er war ein Vertreter der <a href="Informel" title="Informel">informellen Malerei</a>, fand jedoch bald zu einem eigenen, stets unzeitgemäßen Stil.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Nicolas de Staël wurde am 5. Januar 1914 in St. Petersburg geboren. Er entstammt dem Adelsgeschlecht <a href="Sta%C3%ABl_von_Holstein" title="Staël von Holstein">Staël von Holstein</a>. Nach dem frühen Tod beider Eltern nach der <a href="Russische_Revolution" title="Russische Revolution">Russischen Revolution</a> (Vater 1921, Mutter 1922) im Exil in <a href="Ostr%C3%B3w_Wielkopolski" title="Ostrów Wielkopolski">Ostrów Wielkopolski</a>, Polen, wuchsen er und seine beiden Schwestern als <a href="Waise" title="Waise">Waisen</a> bei wohlhabenden Freunden der Familie in <a href="Br%C3%BCssel" title="Brüssel">Brüssel</a> auf. Dort besuchte er die <a href="K%C3%B6nigliche_Akademie_der_Wissenschaften_und_Sch%C3%B6nen_K%C3%BCnste_von_Belgien" title="Königliche Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien">Königliche Akademie</a>, wo er schon im Alter von 20 Jahren erste Auszeichnungen erhielt. Das Frühwerk de Staëls, das auf den Zeitraum von 1933 bis 1941 zu datieren ist und noch deutlich unter dem Eindruck von Künstlern wie <a href="El_Greco" title="El Greco">El Greco</a>, <a href="Pablo_Picasso" title="Pablo Picasso">Picasso</a> und <a href="Paul_C%C3%A9zanne" title="Paul Cézanne">Cézanne</a> stand, ist größtenteils dem Zerstörungswillen des Künstlers zum Opfer gefallen und daher nur noch sehr lückenhaft rekonstruierbar.
</p><p>Nach Reisen in die <a href="Niederlande" title="Niederlande">Niederlande</a>, nach <a href="Frankreich" title="Frankreich">Frankreich</a>, <a href="Spanien" title="Spanien">Spanien</a> und einige Male nach <a href="Marokko" title="Marokko">Marokko</a>, wo er im Jahr 1937 die junge Malerin Jeannine Guillou kennenlernte, ließ er sich mit ihr und ihrem kleinen Sohn Antek (* 1931) in <a href="Paris" title="Paris">Paris</a> nieder. In den Jahren 1939/40 leistete de Staël Dienst in der <a href="L%C3%A9gion_%C3%A9trang%C3%A8re" title="Légion étrangère">Fremdenlegion</a> in <a href="Tunesien" title="Tunesien">Tunesien</a>. Danach zog er zu Jeannine nach <a href="Nizza" title="Nizza">Nizza</a>, wo ihre gemeinsame Tochter Anne im Jahr 1942 geboren wird. In Nizza wurde er von <a href="Christine_Boumeester" title="Christine Boumeester">Christine Boumeester</a> und deren Mann Henri Goetz zur abstrakten Malerei angeregt, der er sich fortan für die nächsten Jahre verschrieb. <a href="Abstrakte_Kunst" title="Abstrakte Kunst">Abstrakte Kunst</a> galt zu dieser Zeit in kunstakademischen Kreisen noch weitgehend als gegenstandslos und sollte erst in den darauffolgenden Jahren den Status eines der bedeutenden, zeitgenössischen <a href="Kunststil" title="Kunststil">Kunstgenres</a> erlangen.
</p><p>Im September 1943 nach Paris zurückgekehrt, trat er bald in die <i><a href="%C3%89cole_de_Paris_(Kunst)" title="École de Paris (Kunst)">École de Paris</a></i> ein. Jeannine verstarb im Februar 1946. De Staël heiratete daraufhin Françoise Chapouton, eine Lehrerin seines Adoptivsohnes Antek. Sie haben drei gemeinsame Kinder: Laurence (* 1947), Jerôme (* 1948) und Gustave, der 1954 geboren wird, als de Staël bereits in Trennung von seiner Familie lebt.
Anfang der 50er Jahre, insbesondere ab 1952, vollzog sich bei de Staël ein allmählicher Wandel von <a href="Abstrakte_Kunst" title="Abstrakte Kunst">abstrakter</a> hin zu <a href="Figurative_Kunst" title="Figurative Kunst">figurativer Kunst</a>, der in einer <a href="Synthese" title="Synthese">Synthese</a> beider Stile münden sollte. Damit brach er abermals mit dem künstlerischen <a href="Zeitgeist" title="Zeitgeist">Zeitgeist</a>, der sich zwischenzeitlich weitgehend auf abstrakte, non-figurative Kunst ausgerichtet hatte. De Stäel befasste sich in dieser Zeit zunehmend auch mit <a href="Grafik" title="Grafik">Druckgraphik</a> und <a href="Illustration" title="Illustration">Illustration</a> und kooperierte mit mehreren Dichtern, u.&nbsp;a. mit <a href="Ren%C3%A9_Char" title="René Char">René Char</a> und Pierre Lecuire, der im Jahr 1953 schließlich in geringer Auflage das gemeinsame Buch <i>Voir Nicolas de Staël</i> herausbrachte, das, nebst einiger weniger verstreuter Zeitungsartikel, als erste umfangreichere textliche Auseinandersetzung mit dem Werk de Staëls gilt und auch heute noch als kunsthistorisch bedeutsames Zeugnis anzusehen ist, nicht zuletzt aufgrund der persönlichen editorischen Beteiligung de Staëls.
</p><p>Innerhalb seiner letzten drei Lebensjahre war de Staël von einer außerordentlichen Produktivität ergriffen und schuf in dieser Zeit anteilig nahezu Dreiviertel seines gesamten, heute noch erhaltenen <a href="%C5%92uvre" class="mw-redirect" title="Œuvre">Œuvres</a>. Auf großes Interesse stieß sein Werk insbesondere im <a href="USA" class="mw-redirect" title="USA">Amerika</a> und <a href="New_York_City" title="New York City">New York</a> der 1950er Jahre in seiner Rolle als junge, aufstrebende Kunstmetropole neben dem eher klassizistisch-konservativ ausgerichteten <a href="Paris" title="Paris">Paris</a>, zögerlicher dann auch in Frankreich, wo de Staël bis zu seinem Tod allerdings nur einschlägigen Fachkreisen ein Begriff war.
</p><p>Im Jahr 1954 verließ de Staël seine Familie und zog sich nach einem aufgrund vieler internationaler Ausstellungen und damit verbundener Reisen sehr anstrengendem Jahr nach <a href="Antibes" title="Antibes">Antibes</a> zurück, wo er am Meer Ruhe finden wollte. Nach erfolglosen Versuchen, eine tiefe identitäre Schaffenskrise zu überwinden, nahm er sich am 16. März 1955, wie aus Abschiedsbriefen hervorgeht, von künstlerischen Selbstzweifeln und schweren <a href="Depression" title="Depression">Depressionen</a> geplagt, durch einen Sprung vom Balkon seines <a href="Atelier" title="Atelier">Ateliers</a> in Antibes das Leben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Malstil">Malstil</h2></div>
<p>Nicolas de Staël versuchte in vielen seiner Werke Abstraktion mit Gegenständlichkeit zu vereinen, womit er bei vielen anderen Malern (vor allem Vertretern der abstrakten Malerei) auf Ablehnung stieß. De Staëls zunächst eher normalformatige, später manchmal sehr großformatige Bilder (z. B. <i>Le Concert – Das Konzert</i> 350 × 600 cm, 1955, <a href="Mus%C3%A9e_Picasso_Antibes" title="Musée Picasso Antibes">Musée Picasso Antibes</a>) sind durch kräftige und großflächig aufgetragene Farben gekennzeichnet. Ein weiteres Bild aus dieser Zeit ist sein stehender Akt <i>Nu debout</i> (146 × 89 cm, 1953, Sammlung Nathan, Zürich).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ehrungen_und_Ausstellungen_(posthum)"><span id="Ehrungen_und_Ausstellungen_.28posthum.29"></span>Ehrungen und Ausstellungen (posthum)</h2></div>

<p>Heute gilt de Staël als Wegbereiter vieler jüngerer Künstler. Seine Arbeiten sind heute sehr gesucht und erscheinen nur selten, dann aber zu extrem hohen Preisen auf dem internationalen Kunstmarkt. Insgesamt gilt sein Stil als zeitlos. Werke von Nicolas de Staël waren auf der <a href="Documenta_II" title="Documenta II">documenta II</a> (1959) und der <a href="Documenta_III" title="Documenta III">documenta III</a> (1964) in <a href="Kassel" title="Kassel">Kassel</a> zu sehen.
</p><p><b>Ausstellungen in jüngerer Zeit</b>
</p>
<ul><li><a href="Schloss_Grimaldi" title="Schloss Grimaldi">Schloss Grimaldi</a>, <a href="Antibes" title="Antibes">Antibes</a>, 17. Mai – 7. September 2014</li>
<li><a href="H%C3%B4tel_de_Caumont" title="Hôtel de Caumont">Hôtel de Caumont</a>, <a href="Aix-en-Provence" title="Aix-en-Provence">Aix-en-Provence</a>, 27. April – 23. September 2018</li>
<li>Maison du Doyenné, <a href="Brioude" title="Brioude">Brioude</a>, Haute-Loire, 26. Juni – 11. Oktober 2020</li>
<li><a href="Mus%C3%A9e_d%E2%80%99art_moderne_de_la_Ville_de_Paris" title="Musée d’art moderne de la Ville de Paris">Musée d’Art moderne</a>, Paris, 15. September 2023 – 21. Januar 2024</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Douglas_Cooper" title="Douglas Cooper">Douglas Cooper</a>: <i>Nicolas de Staël, Masters and Movements</i>, Weidenfeld and Nicolson Ltd. London, 1961.</li>
<li>Petra Oepen: <i>Nicolas de Staël. Überlegungen zu Karriere und Nachleben</i>. Dissertation, Bonn 2008. <a href="Uniform_Resource_Name" title="Uniform Resource Name">urn</a>:<a rel="nofollow" class="external text" href="https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:5-14177">nbn:de:hbz:5-14177</a></li>
<li>Laurent Greilsamer: <i>Le prince foudroyé. La vie de Nicolas de Staël</i>. Fayard, Paris 1998.</li>
<li>Laurent Greilsamer: <i>Nicolas de Staël. Ein Leben im Taumel</i>. Nostrum Verlag, Mülheim/Ruhr 2014. (ISBN 978-3-981-64650-4)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Dokumentation">Dokumentation</h2></div>
<ul><li><i>Nicolas de Staël, ein Maler zwischen Himmel und Meer.</i> Regie: François Lévy-Kuentz, ARTE F, Frankreich, 53 Minuten, 2023</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Nicolas_de_Sta%C3%ABl?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Nicolas de Staël</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=118752529">Literatur von und über Nicolas de Staël</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.pinterest.de/pin/5981411991421423/">Bilder von Nicolas de Staël</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://arthur.io/art/nicolas-de-stael">Bilder von Nicolas de Staël</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.frankreich-sued.de/antibes-server/de%20Stael.htm">Nicolas de Staël in Antibes</a></li>
<li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20170518054935/www.arte.tv/guide/de/071100-029-A/stadt-land-kunst">Das Luberon und der Maler Nicolas de Staël</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 18. Mai 2017 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.arte.tv/de/videos/111772-000-A/nicolas-de-stael-ein-maler-zwischen-himmel-und-meer/">Nicolas de Staël – Video</a> (arte)</li></ul>
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<div>
Normdaten&nbsp;(Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/118752529">118752529</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/n82017607">n82017607</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/68938567/">68938567</a></span> | </div>
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Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-11-23" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Nicolas_de_Sta%C3%ABl&amp;oldid=261803268">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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